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Deutsches Tagebucharchiv: Finanzierungsgespräche kommen in Gang

„Das Deutsche Tagebucharchiv leistet hervorragende Arbeit und ist von bundesweiter Bedeutung. Deshalb muss jetzt endlich eine dauerhafte Finanzierung von Personal- und Sachmitteln realisiert werden“, forderte SPD-Bundestagsabgeordneter Johannes Fechner bei einem Besuch im Deutschen Tagebucharchiv (DTA). Derzeit verfügt das DTA über 15.000 Tagebücher, 3.300 Erinnerungen und rund 3.000 Briefsammlungen mit 190.000 Einzelbriefen. Im DTA arbeiten derzeit neben dem ehrenamtlichen Vorstand zwei von den Mitgliedern finanzierte Mitarbeiter. Rund 30 Freiwillige leisten regelmäßig archivische Arbeit im DTA. Die Vorstandsvorsitzende Marlene Kayen und der Geschäftsstellenleiter Gerhard Seitz erläuterten Johannes Fechner die derzeitige finanzielle Lage und die notwendigen Perspektiven zur Zukunftssicherung des Archivs.

Kultureinrichtungen dürfen vom Bund aufgrund der verfassungsrechtlichen Kompetenzverteilung nur bei nationaler Bedeutung gefördert werden. Johannes Fechner hat beim Wissenschaftlichen Dienst des Deutschen Bundestages deshalb ein Gutachten in Auftrag gegeben, um klären zu lassen, welche Kriterien erfüllt sein müssen, damit der Bund das DTA fördern kann. „Das Deutsche Tagebucharchiv hat deutschlandweit Bedeutung, seine Sammlung ist konstitutiv für das nationale Gedächtnis und es leistet exzellente Arbeit für die Nutzung durch die wissenschaftliche Forschung“, begründet Fechner seinen Vorstoß. Derzeit finanziert sich das DTA aus Spenden, Mitgliedsbeiträgen, Sponsoren, Serviceleistungen und Projektförderungen. Die Stadt Emmendingen unterstützt das DTA durch mietfreie Überlassung der Archivräume und einen jährlichen Zuschuss von 10.000 €.

Aktuell wird vom baden-württembergischen Landesarchiv ein weiteres archivisches Fachgutachten erstellt, auf dessen Basis bis Sommer der Zuschussbedarf für Personal und Sachmittel ermittelt werden soll. Dies soll dann wiederum Grundlage für weitere Förderungsanträge, insbesondere beim Land sein, so Marlene Kayen. SPD-Landtagsabgeordnete Sabine Wölfle hat Landeswissenschaftsministerin Theresia Bauer bereits angeschrieben und um Unterstützung gebeten.