Johannes Fechner

Mitglied des Deutschen Bundestages

Einsatz für Igel in Not

Schwere Zeiten für Igel: Die anhaltende Hitzewelle führt dazu, dass viele Igelmütter nicht mehr in der Lage sind, ihre Jungen zu ernähren. Zudem werden immer mehr Igel durch den nächtlichen Einsatz von Mährobotern in Privatgärten schwer verletzt. Das berichtete das Igelnetzwerk Südbaden e. V. aus Vörstetten dem SPD-Bundestagsabgeordneten Johannes Fechner bei einem Vor-Ort-Besuch. Die Vereinsvorsitzende Birgit Schlegel berichtete, dass immer mehr erkrankte, geschwächte, verletzte oder verwaiste Igel bei der Igelstation abgegeben werden. Allein im letzten Jahr wurden über 900 Tiere zur Versorgung in die Igelnotfallstelle gebracht. „Wir brauchen deshalb wie in Freiburg ein Verbot für den nächtlichen Einsatz von Mährobotern“, forderte der Verein. Anhand von eindrücklichen Unfallbildern verdeutlichte Marita Ferch die schweren Schnittverletzungen, die Mähroboter anrichten können. Der Kreistag solle den nächtlichen Betrieb deshalb untersagen, denn der Igel steht nach wie vor auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten.

Der Verein hat über 100 Mitglieder, darunter 25 sogenannte „Päppler“, die geschwächte, kranke oder verwaiste Jungigel wieder aufpäppeln. Dabei entstehen monatlich über 1.000 Euro allein an Tierarzt- und Medikamentenkosten. Der Verein ist deshalb dringend auf Spenden angewiesen. Fechner zeigte großen Respekt und Dankbarkeit dafür, dass die Mitglieder des Igelnetzwerkes extrem viel aus eigener Tasche und vor allem im Ehrenamt leisten: „Der Igel ist ein wichtiges Tier, das nicht aussterben darf. Deswegen ist es großartig, dass ihr euch mit so viel ehrenamtlichem Engagement für unsere Igel einsetzt.“ Zum Dank lud Fechner den Vorstand zu einer Informationsfahrt nach Berlin ein. In den letzten Jahren sind die Igelbestände in Südbaden um rund 70 Prozent zurückgegangen. Wenn die Tiere außer Lebensgefahr und aufgepäppelt sind, verbleiben sie teils noch bis zu einem Jahr in fachgerechter Betreuung, bevor sie wieder erfolgreich ausgewildert werden können.

Bild: Deutsche Bundestag / Thomas Trutsche / photothek