Nach wie vor auf Unverständnis stößt die praktische Absage der neuen Grundschule Kuhbach. Das erfuhr SPD-Bundestagsabgeordneter Johannes Fechner bei einem Vor-Ort-Besuch bei Ortsvorsteher Norbert Bühler. „Der Lahrer Osten boomt, aber die Infrastruktur droht nicht mitzuwachsen“, kritisiert Bühler. Er erwartet einen Zuwachs von bis zu 130 neuen Wohnungen in Kuhbach, Reichenbach und im Lahrer Osten mit entsprechend vielen jungen Familien. „Die Kuhbacher Grundschule braucht deshalb deutlich mehr Platz und muss ab dem Schuljahr nächstes Jahr dauerhaft zweizügig geführt werden“. Deswegen wäre es sinnvoll gewesen, wie auch in den anderen Stadtteilen, die Grundschule neuzubauen, statt das Projekt faktisch abzusagen. Keine guten Nachrichten gibt es leider auch beim Glasfaserausbau. Die Deutsche Glasfaser habe sich aus dem Markterkundungsverfahren überraschend zurückgezogen und seitdem gebe es keinen neuen Interessenten. Fechner sagte zu, bei der Breitband Ortenau nachzuhaken, wie die Planungen für den Glasfaserausbau in Kuhbach sind.
Nach wie vor für großen Unmut sorgt auch weiterhin die Tempo-30-Zone. Bühler verweist darauf, dass der Lärmpegel gerade mal um nahezu unhörbare 1,2 Dezibel gesenkt wurde, aber den Verkehrsfluss massiv lähme. Bühler und Fechner fordern deshalb seit langem ein Nachtfahrverbot für Lkws. „Es ist nicht vermittelbar, dass dieser erhebliche Lärm der Lkws nach wie vor fortbesteht und noch bis mindestens in die 40er Jahre nachts Lkw durch Lahr fahren sollen, weil nach Ansicht des Regierungspräsidiums erst dann die angeblich nötige Umfahrungsmöglichkeit von Lahr durch den Autobahnanschluss Offenburg-Süd besteht. „So lange können wir den Lahrer Osten aber nicht mehr dem Lärm aussetzen und deswegen brauchen wir jetzt Nachtfahrverbot unter Berücksichtigung der Belange der Nachbargemeinden. In Friesenheim geht es doch auch“, so Fechner.
Wichtiges Investitionsvorhaben ist der Hochwasserschutz. Seit zwei Jahren wird leider die Dorfsanierung blockiert, weil erst das Einlaufbauwerk für den Hochwasserschutz gebaut werden muss. Offen ist Bühler für einen gemeinsamen Feuerwehrstützpunkt von Kuhbach und Reichenbach zwischen beiden Orten. Die vorgeschlagene Fläche dürfe aber nicht zu klein sein, damit die Feuerwehr gut aufgestellt ist. Im Ortschaftsrat ist die Stimmung sehr gut und konstruktiv. Auch das Vereinsleben floriert, wie Bühler stolz vermelden kann durch zahlreiche Aktivitäten der Vereine in Kuhbach. Fechner sagte seine Unterstützung etwa beim Nachtfahrverbot für Lkw ausdrücklich zu. „Es ist toll, was ihr in Kuhbach alles leistet und vorhabt und das unterstütze ich, wo ich kann, sehr gern“, so Fechner abschließend.