„Immobilienpreise und Mieten sind zu hoch, wir müssen dagegen vorgehen“, forderte Bundesjustizministerin Stefanie Hubig bei einem von SPD-Bundestagsabgeordneten Johannes Fechner veranstalteten Fachgespräch in Waldkirch. Fechner verwies eingangs darauf, dass der soziale Wohnungsbau jetzt mit Rekordsummen gefördert werde, die Mietpreisbremse verlängert wurde und mit dem Bauturbo Baugenehmigungen viel schneller erteilt werden. In seinem Grußwort verwies OB Michael Schmieder auf die Waldkircher Initiativen für mehr Wohnungsbau. Wegen der herausfordernden Finanzlage seien Gemeinden aber auf bessere Unterstützung von Bund und Land angewiesen.
Ministerin Hubig kündigte weitere Maßnahmen an: Damit Bauen billiger werde, entwickle sie den sog. Gebäudetyp E. Dieser ermögliche erhebliche Standardabweichungen etwa im Bereich des Lärmschutzes und ermögliche dabei billigeres Bauen. Auch werde der Bau-Turbo erweitert und das Baugesetzbuch zu weiterer Entbürokratisierung überarbeitet. Gegen Mietwucher werde zukünftig härter vorgegangen mit Mitteln des Strafrechtes. In der anschließenden Praktiker-Diskussion stellte OB Martin Horn das Freiburger Modell der Mietendeckelung vor. Es sei aber mehr Unterstützung der Gemeinden nötig, damit diese und ihre Wohnungsbaugesellschaften bezahlbare Wohnungen errichten könnten. Großes Potenzial für Wohnraum sieht der Bleibacher Architekt Klaus Wehrle in der Umwandlung von Gewerbeimmobilien. Sparpotenzial für billigeres Bauen sieht er im Verzicht auf teure Tiefgaragenstellplätze. In der anschließenden Diskussion mit rund 100 Besucherinnen und Besuchern wurde deutlich, wie dringend es ist, mehr Wohnraum in Südbaden zur Verfügung zu stellen.