Johannes Fechner

Mitglied des Deutschen Bundestages

Emmendinger VHS fordert Unterstützung

Vor großen Herausforderungen steht die Emmendinger Volkshochschule. Das wurde deutlich beim Besuch von Martin Rabanus, Vorsitzender des Deutschen Volkshochschulverbandes, der auf Einladung des SPD-Bundestagsabgeordneten Johannes Fechner zu Besuch bei der Emmendinger VHS war.

Verbandsdirektor Felix Häring und Fachbereichsleiterin Nicole Kittelberger beschrieben eindringlich die dramatische Finanzlage. Die VHS bietet in Emmendingen und in den Außenstellen 28.000 Unterrichtseinheiten an und beschäftigt 400 Dozentinnen und Dozenten. Häring verwies darauf, dass Weiterbildung und Sprachkurse eine so zentrale gesellschaftliche Bedeutung hätten, dass dies eigentlich nicht mehr als freiwillige Aufgave zu qualifizieren sei. Weil Sprache der Schlüssel zur Integration ist, sei es sehr schade, dass bei den Integrationskursen gespart worden sei. Rabanus und Fechner verwiesen darauf, dass es Änderungen gegeben habe und nunmehr Deutschkurse für EU-Ausländer und Ukrainer wieder bezuschusst würden. „Wir wissen, wie wichtig die deutsche Sprache für die Integration ist, und deswegen wollen wir in den anstehenden Haushaltsberatungen auch weitere Zuwanderergruppen wieder bezuschussen.“ Laut Häring seien die Besucher der Integrationskurse sehr motiviert, Deutsch zu lernen. Die heimische Wirtschaft würde davon profitieren, wenn potenzielle Arbeitskräfte gut Deutsch können.

Sorgen macht sich die VHS auch wegen des sog. Herrenberg-Urteil, wonach bisher selbstständige Dozenten als Arbeitnehmer und damit sozialversicherungspflichtig eingeschätzt werden. Rabanus berichtete, dass im Bundesarbeitsministerium derzeit eine Lösung erarbeitet werde, damit die Dozenten festangestellt sein können, ohne eine Kostenexplosion für die VHS durch Sozialversicherungsbeiträge auszulösen.

Die Deutschkurse sind dabei deutlich zurückgegangen, insbesondere weil weniger Geflüchtete kommen. Ärgerlich sei die Streichung der Wiederholungskurse für Deutschkurse. Die Stundenanzahl für den Erwerb des Sprachniveaus B1 sei sehr knapp bemessen. Rund drei Viertel aller Teilnehmer hätten im ersten Anlauf oder durch Wiederholungskurse dann aber das B1-Sprachzertifikat erreicht. Auch hier sagten Fechner und Rabanus Unterstützung bei den anstehenden Haushaltsberatungen zu.

Erfolgreich waren Fechner und andere Abgeordnete mit ihrem Protest beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, das auch der Volkshochschule Emmendingen erbrachte Leistungen nicht oder nur verspätet vergütet hatte. Dies hatte Außenstände der VHS im sechsstelligen Bereich verursacht. Mittlerweile werden aber alle Leistungen der VHS zeitnah bezahlt. „Sie leisten großartige Arbeit und das muss die Politik unterstützen“, lobte Rabanus abschließend die Arbeit der Emmendinger VHS.

Bild: Deutsche Bundestag / Thomas Trutsche / photothek