Johannes Fechner

Mitglied des Deutschen Bundestages

Volkshochschule Lahr steht vor großen Herausforderungen

Auch die Volkshochschule Lahr steht vor großen finanziellen Herausforderungen. Das wurde beim Vor-Ort-Besuch von Martin Rabanus deutlich. Der Vorsitzende des Deutschen Volkshochschulverbandes und SPD-Bundestagsabgeordnete war auf Einladung seines Abgeordnetenkollegen Johannes Fechner zu Besuch in Lahr. Die Leiterin Carmen Wenkert beschrieb eindringlich, dass die angespannte Finanzlage der Kommunen, bürokratische Hürden und die Unsicherheiten über die Zukunft der Integrationskurse die Arbeit der VHS erschwerten. Dabei ist die VHS Lahr sehr aktiv. Gerade in Zeiten knapper Kassen sei es wichtig, dass die Volkshochschule ihren Bildungsauftrag wahrnehmen könne. Die Fortbildung für Bürgerinnen und Bürger zu den verschiedensten Themen und der Schutz vor Vereinsamung durch Gemeinschaftserlebnisse seien wichtige Aufgaben der Volkshochschule. Bürgermeister Guido Schöneboom unterstrich, dass die Volkshochschule ihren Bildungsauftrag wahrnehmen müsse und ein Ort des Gesellschaftslebens sei. Er bat deshalb dringend um mehr finanzielle Unterstützung des Bundes für die Gemeinden und die Volkshochschulen.

Pro Jahr bietet die VHS Lahr bis zu 28.000 Unterrichtseinheiten in 1.400 Veranstaltungen an. Rund die Hälfte davon sind Integrations- und Sprachkurse. „Wir haben einen hohen Migrationsanteil und gerade deshalb sind die Deutsch-Kurse so wichtig für uns“, beschrieb Wenkert. Derzeit laufen noch 13 Integrationskurse. Diese Zahl hat abgenommen, weil deutlich weniger Flüchtlinge kommen. Klare Forderung von Wenkert war, dass die Integrationskurse weiterhin wie bisher bezuschusst werden müssen. „Wir haben lernwillige Zuwanderer und weil Sprache der Schlüssel zur Integration ist, sollten wir deren Wunsch, Deutsch zu lernen, doch unterstützen“. Rabanus und Fechner verwiesen auf die laufenden Haushaltsberatungen, wo sich die SPD für die Finanzierung der Deutsch-Kurse zur besseren Integration von Zuwanderern einsetzen werde. In einem ersten Schritt können jetzt auch wieder Deutsch-Kurse für EU-Ausländer und Ukrainer vom Jobcenter voll bezuschusst werden. Die Erfolgsquote ist dabei gut, rund dreiviertel der Kursteilnehmer schaffen B1 und 90 % das Sprachniveau A2. „Das ist die Eintrittskarte für gesellschaftliche Integration und Erfolg im Beruf und wir sind in Deutschland doch auf Arbeitskräfte angewiesen“.

Bürgermeister Guido Schöneboom verwies darauf, dass die Stadt Lahr zwischen 100.000 und 200.000 Euro im Jahr Zuschuss bezahle. Dies mache man, weil die Stadt genau wisse, dass die VHS eine unverzichtbare Bildungs-, Integrations- und Sozialisationsaufgabe habe. Unsicherheit gibt es bei den rund 300 Kursleitern, die überwiegend selbständig tätig sind. Das sog. Herrenberg-Urteil hatte verfügt, dass die Dozenten als fest eingestellte Arbeitnehmer einzuschätzen seien. Fechner und Rabanus berichteten, dass im Bundesarbeitsministerium derzeit die Planungen für eine gesetzliche Regelung auf Hochtouren laufen, die die Anstellung der Dozenten ermögliche, ohne dass die Sozialversicherungskosten für die Volkshochschulen explodierten. „Seien Sie versichert, dass wir um die wichtige Aufgabe der VHS wissen und uns deshalb im Bundestag für die Volkshochschulen einsetzen werden“, versicherten Fechner und Rabanus abschließend.

Bild: Deutsche Bundestag / Thomas Trutsche / photothek