Auf Einladung von Thomas Dane, Vorsitzender des Saarländischen Schwesternverbandes, diskutierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Haus Dietrich Bonhoeffer in Endingen mit SPD-Bundestagsabgeordneten Johannes Fechner den Reformbedarf in der Pflege. Thomas Dane lobte eingangs, dass der Entwurf zum neuen Pflegeneuordnungsgesetz eine jährliche automatische Kopplung der Pflegeleistungen an die Preisentwicklung vorsehe und nicht mehr jedes Jahr der Bundestag neu entscheiden müsse. Allerdings würde dadurch der sehr hohe Eigenanteil der Heimbewohner nicht sinken. Sehr verärgert ist der Träger über die geplante Aussetzung der Tariftreuepflicht, weil hier ein hoher wirtschaftlicher Schaden für den Schwesternverband und andere Träger zu befürchten ist. Kritik kam von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an der neuen Pflegereform. Insbesondere dürften die Anforderungen an die Einstufung in die jeweiligen Pflegegrade nicht erhöht werden. Mehrere Heimbewohner schilderten, dass zu hohe Anforderungen an die Einstufung von Pflegegraden dazu führen, dass ältere Menschen daheimblieben, wo sie sich nicht mehr selbst versorgen oder im schlimmsten Fall stürzen und sich schwer verletzen können. Kritisiert wurde auch, dass bei der Unterstützung der pflegenden Angehörigen zu sehr gekürzt werde. Nach wie vor gebe es auch zu viel Bürokratie in der Pflege. Wie Fechner sind die Mitarbeiter der Ansicht, dass die sog. generalistische Ausbildung ein Fehlschlag war. Die Ausbildung sollte sich wieder auf die Altenpflege konzentrieren, dies könnte für mehr Interesse von Jugendlichen an der Pflegeausbildung sorgen. Johannes Fechner bedankte sich für den umfassenden Praxiseinblick. „Wir werden im Herbst beraten und wir sehen grundlegenden Änderungsbedarf an den Vorschlägen der früheren Ministerin Warken“.