Johannes Fechner

Mitglied des Deutschen Bundestages

Forderungen an die Politik

Das Speditionsgewerbe steht vor großen Herausforderungen und hat dafür einige Forderungen an die Politik. Das wurde bei einem Besuch von SPD-Bundestagsabgeordneten Johannes Fechner bei der Spedition Wildt in Ettenheim deutlich.

Firmeninhaberin Julia Wildt berichtete Fechner von dem akuten Fahrermangel und der harten Konkurrenzsituation gegenüber osteuropäischen Speditionen. Nach der aktuellen Rechtslage dürften Speditionen in Osteuropa Lkw-Fahrer aus Nicht-EU-Ländern, etwa aus Belarus, bei sich beschäftigen. Dies ist für die Spedition Wildt fast unmöglich. Deutsche Speditionen müssen dafür die Genehmigungsverfahren von sechs verschiedenen Behörden durchlaufen. „Das ist mit enormen bürokratischen und rechtlichen Hürden verbunden und daher ein klarer Nachteil“, betonte Wildt. Eine Übertragung dieser Verfahren und Zuständigkeiten an eine zentrale Behörde würde vieles vereinfachen und deutlich beschleunigen.

Die Auftragslage sei derzeit gut, vor allem im Nahverkehr. Deshalb wird man auch am Standort Ettenheim investieren. Hier wird in diesem Jahr eine weitere Logistik-Halle für 6.500 Palettenstellplätze gebaut.

Beeindruckt zeigte sich Fechner, dass die Spedition Wildt mittlerweile CO₂-neutral arbeitet. Mit mehreren großen Photovoltaikanlagen, dem Betrieb von rund 15 BIO-LNG-betriebenen Lkw und der Anpflanzung von 5.000 Sträuchern habe man dieses Ziel erreicht. Allerdings würden die mit CO₂-neutralem Bio-LNG betriebenen Lkw nicht, wie die Elektro-Lkw, von der Maut befreit. Auch dieses Anliegen nahm Fechner mit.

Eine wichtige Forderung für Julia Wildt war auch der Ausbau der A5: „Es kommt ständig zu Staus, was uns sehr viel Zeit kostet“. Fechner berichtete, dass die Autobahn GmbH als nächste Maßnahme für den sechsspurigen Ausbau die drei Brücken in Riegel sechsspurig ausbaue und ansonsten die Planung anlaufe. Ein in der Region für Lahr und die Umgebung diskutiertes Lkw-Nachtfahrverbot sieht Wildt eher entspannt, wenn es früh genug ende, damit die Kunden der Spedition pünktlich angefahren werden können.

Bild: Deutsche Bundestag / Thomas Trutsche / photothek