In schwierigem Umfeld steht das Weingut Wöhrle gut da, weil Wein aus Lahr überregional beliebt ist. Diese gute Nachricht konnte Hans Wöhrle vom Lahrer Weingut Wöhrle SPD-Bundestagsabgeordneten Johannes Fechner und seiner Besuchergruppe übermitteln. Im Rahmen seines Sommerprogramms unternahm Fechner durch die Reben des Weinguts Wöhrle am Schutterlindenberg eine Info-Weinwanderung. Ein Drittel des Weins geht an die gehobene Gastronomie und stellt somit eine gute Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg des Weinguts Wöhrle dar. Auf 17 Hektar wird Wein angepflanzt. Aktuell werden ältere Spätburgunder-Reben veredelt und zu Chardonnay entwickelt. Der Klimawandel ist dabei deutlich bemerkbar und es muss immer wieder gegossen werden. Feststellbar seien deutlich mehr Tage mit über 30 Grad, weshalb man zukünftig mehr Chardonnay und Weißburgunder als Riesling und Müller-Thurgau anbauen werde. Das Jahr 2025 ist aber bisher sehr gut verlaufen, insbesondere gab es genug Regen.
In Lahr gibt es Weinbau schon seit dem Mittelalter, damals 90 Hektar, heute bewirtschaftet das Weingut Wöhrle immerhin noch 17 Hektar. Auch in der Stadtgeschichte hat der Lahrer Wein eine große Rolle gespielt. So berichtet Hans Wöhrle, dass 1949 bei den Verhandlungen für einen Flughafenstandort die französische Verhandlungsdelegation auch deshalb von Lahr überzeugt war, weil guter Wein während den Verhandlungen gereicht wurde. Große Herausforderungen stellt der Mindestlohn dar, weil dadurch auch das allgemeine Lohnniveau steigt. Die Lohnkosten machen einiges aus, weil im Weingut Wöhrle alles von Hand geerntet wird und keine Vollernter eingesetzt werden. Auch dass im Discount badischer Wein für 1,99 Euro pro Liter verkauft wird, sei eigentlich wirtschaftlich nicht zu stemmen. Leider gehe auch der allgemeine Weinkonsum zurück, was Wöhrle auf Kampagnen gegen Alkohol zurückführt. „Wir müssen Wein aber auch als Kulturgut sehen, Winzer sind zudem auch Landschaftspfleger“, so Wöhrle. Keine Option ist für das Weingut Wöhrle die Produktion von alkoholfreiem Wein, weil die Entalkoholisierung pro Liter 6 Euro kostet. Die hervorragenden verkosteten Weine lobten alle Besucher und im Namen aller wünschte Fechner dem Weingut Wöhrle alles Gute für die Zukunft. Erfreulich sei, dass auch der Enkel von Hans Wöhrle eine Winzerlehre absolviert habe und in den Familienbetrieb einsteigen möchte.